Synology DIskStation DSM 7

Synology DiskStation: DiskStation Setup mit DSM 7

DSM 7 ist mehr oder weniger offiziell veröffentlicht, daher wird es Zeit, meine bisherigen Artikel auch für die neueste DSM-Version zu veröffentlichen. Los geht’s, mit dem ersten Tutorial aus der Synology DiskStation-Reihe. In diesem Artikel geht es um die erste Inbetriebnahme und Erstinstallation des DSM (DiskStation Manager) auf einer DiskStation inklusive der ersten notwendigen Schritte um die DS überhaupt nutzen zu können. Dazu noch ein paar weitere Schritte die das Arbeiten mit der DS sicherer und leichter machen.

Voraussetzungen

Alles was ihr braucht, ist eine DiskStation und mindestens eine Festplatte. Weiters solltet ihr wissen wie ihr euren Router konfiguriert, genauer gesagt, wo ihr die DHCP-Settings eures Routers findet.
Wenn ihr von Servern, Netzwerken und RAIDs wenig bis keine Ahnung habt bzw. ihr euch noch keine Gedanken über die Konfiguration eurer DiskStation gemacht habt, lest den Artikel vorher durch, bevor ihr die Schritte umsetzt. Es gibt einige Dinge, über die man sich vorher Gedanken machen muss, die sich später auch nicht so einfach ändern lassen. Ich habe die entsprechenden Punkte etwas ausführlicher erklärt. Eventuell taucht ja noch das ein oder andere Thema auf, zu dem ihr euch noch keine Gedanken gemacht habt, bzw. euch war gar nicht bewusst, dass ihr euch darüber Gedanken machen müsst. Theoretisch ist so eine DS schnell aufgesetzt und einsatzbereit. Aber gerade als DS-Neuling solltet ihr nicht gleich kritischen Echtdaten ohne Backup auf eure DS schmeißen und die DS in den Live-Betrieb schicken. Macht euch mit der DS vertraut, probiert herum, um herauszufinden, was sie kann. Löscht Daten und versucht sie wieder herzustellen, erzeugt Backups und versucht sie wieder einzuspielen. Findet heraus welche Einstellung was bewirkt und was eure DS alle kann. Und sollte etwas schiefgehen, setzt die DS einfach neu auf. An dieser Stelle möchte ich euch das deutsche Synology-Forum ans Herz legen. Es handelt sich nicht um das offizielle Forum, aber das Forum ist sehr aktiv und ihr erhaltet dort viele wertvolle Einsteigertipps und Anregungen und natürlich auch Hilfe, wenn ihr mal wo ansteht und nicht weiter wisst. Natürlich könnt ihr auch hier einen Kommentar hinterlassen, ich versuche natürlich auch zu helfen, wo ich kann.

DSM-Installation

Ladet euch den Synology-Assistant sowie die neueste Version des DSM für eure DiskStation hier herunter und installiert anschließend den Assistant.

Schaltet eure DiskStation ein – die Festplatten müssen sich schon in der DS befinden und die DiskStation muss mit dem Router verbunden sein – und wartet, bis die DiskStation hochgefahren ist (ein Piep-Ton ertönt). Startet den Synology-Assistent. Der Assistent durchsucht das LAN nach der DiskStation.
Hat der Assistent die DiskStation gefunden, listet er sie mit allen vorhanden Informationen auf. Bevor ihr die Installation startet, ist es am besten ihr konfiguriert euren Router so, dass er der DiskStation immer die selbe IP-Adresse vergibt. Die meisten Router vergeben IP-Adressen dynamisch, also das Gerät das eine IP braucht, bekommt eine Adresse aus dem eingestellten Bereich für eine gewisse Zeit zugewiesen. Ein Server/NAS muss aber immer die selbe Adresse haben, da er ja von anderen Geräten angesprochen wird. Würde der Router dem NAS eine andere Adresse zuweisen, würden andere dieses nicht mehr finden. Auch für das Port-Forwarding (wichtig für den Zugriff auf die DS über das Internet) wird eine feste IP benötigt.
Tragt in den DHCP-Settings eures Routers die MAC-Adresse ein, die euch der Synology-Assistent anzeigt. Tragt dann eine IP-Adresse aus dem Adressbereich eures Heimnetzes ein (meist 192.168.x.x oder 10.0.0.x). Am besten ihr nehmt die IP, die der Router der DS bereits zugewiesen hat. Solltet ihr eine andere wählen, muss der Router oder die DiskStation neu gestartet werden, damit die Änderung wirksam wird.
Um die Installation zu starten, klickt einfach auf die DiskStation.

Synology Assistant
Synology Assistant

Habt ihr euch mit der DiskStation verbunden, müsst Ihr die zuvor heruntergeladene Installationsdatei auswählen. Klickt dazu auf Durchsuchen und sucht nach der Datei (Dateiendung .pat). Anschließend klickt einfach auf Weiter.

Installation DSM-Auswahl
Installation DSM-Auswahl

Bevor es los geht, werdet ihr aber noch darauf hingewiesen, dass dieser Vorgang alle Daten, die auf der/den Festplatte(n) vorhanden sind, löschen wird. Ihr müsst diesen Hinweis bestätigen, bevor mit dem Installationsprozess begonnen wird.

Daten löschen Hinweis
Hinweis zur Datenlöschung

Die Installationsdatei wird jetzt hochgeladen und anschließend installiert. Ist die Installation abgeschlossen, wird die DiskStation neu gestartet. Wartet einfach, bis die DiskStation wieder hochgefahren wurde und das Setup fortgesetzt wird. Anschließend geht es mit der grundlegenden Einrichtung weiter.

DSM Installation
DSM Installation
DS Neustart
DiskStation Neustart

Sobald der Neustart abgeschlossen ist, solltet Ihr im Browser die Meldung “Willkommen bei DSM 7.0” erhalten. Klickt dann auf Start.

Vergebt einen Namen für eure DiskStation. Der Name wird in DSM und beim Login angezeigt, außerdem ersetzt er in der URL “diskstation” Ihr erreicht nach Abschluss des Setup DSM unter http://<Name-eurer-DS>:5000. Außerdem legt Ihr jetzt euer Administrator-Konto an. Vergebt einen Namen und ein möglichst sicheres Passwort (Passphrase). Klickt anschließend auf Weiter.

DiskStation Administrator
DiskStation Administrator

Im nächsten Schritt könnt Ihr das Update-Verhalten für Software auf eurem Synology NAS festlegen. Auch wenn Software-Updates wichtig sind, um beispielsweise Fehler oder Sicherheitslücken zu beheben, solltet ihr mit automatischen Updates vorsichtig sein. Ein Update kann auch Schaden verursachen oder Fehler einbringen. Automatische Updates können auch den Betrieb stören. Geräte, die ihr nicht zum Testen verwenden, solltet ihr immer manuell aktualisieren.

Als Nächstes könnt ihr ein Konto bei Synology anlegen. Damit ist nicht das Benutzerkonto für euer NAS gemeint, sondern für die Synology-Webseite und deren Dienste. Habt ihr bereits ein Konto, könnt ihr euch gleich anmelden. Das Konto erlaubt euch einige Dienste wie das neue Active Insight oder den Synology DDSN-Dienst sowie QuickConnect zu verwenden. Ihr könnt den Schritt problemlos überspringen und bei Bedarf später nachholen.
Ihr werdet auch gefragt, ob Ihr Synology erlaubt Analysedaten von eurem NAS zu empfangen.

Habt ihr ein Konto verknüpft werdet ihr anschließend gefragt, ob ihr gleich QuickConnect einrichten wollt. QuickConnect erlaubt den Zugriff auf euren NAS über das Internet, ohne den Router dafür zu konfigurieren. QuickConnect funktioniert aber nur im Zusammenhang mit Synologys Apps und Clients und hat noch andere Nachteile. Wenn Ihr wissen wollt, wie Ihr euer NAS aus dem Internet erreichen könnt, lest diesen Artikel von mir. Auch QuickConnect könnt ihr später noch einrichten. Das selbe gilt für das neue Active Insight (Monitoring eurer DiskStation(s) über ein Webportal von Synology) und die automatische Konfigurationssicherung.

Herzlichen Glückwunsch, DSM 7 ist jetzt installiert. Damit ihr euer NAS aber auch nutzen könnt, sind noch weitere Schritte notwendig.

DSM-Grundeinstellungen

Ein Sicherheitstipp: Nutzt nicht für alles euren eigenen Benutzer mit Adminrechten. Sollen andere Personen außer euch die DS oder deren Services nutzen, dann legt für jeden einen eigenen Benutzer an und gebt dem Benutzer nur die Rechte, die er tatsächlich braucht. Innerhalb der Familie unterstelle ich mal keine mutwillige Zerstörung aber Unachtsamkeit oder einfach nur pure Unwissenheit können dazu führen, dass andere Nutzer mit zu vielen Rechten euch die Konfiguration verpfuschen oder Daten ändern/löschen. Noch schlimmer wird das ganze mit Adminrechten. Auch für euch selbst solltet ihr für den täglichen gebrauch einen Nutzer anlegen, der keine Administratorrechte besitzt. In den Nachfolgenden Tutorials zeige ich euch noch diverse Beispiele von Nutzern, die ich angelegt habe.

Euer eigener Benutzer

Öffnet die Systemsteuerung und wählt den Punkt Benutzer und Gruppe. Fügt dort einen neuen Benutzer hinzu. Gebt ihm einen Namen und ein sicheres Passwort. Eine E-Mail macht dann Sinn, wenn ihr Benutzer für andere Personen anlegt. Über diese E-Mail erhalten die Benutzer eine Willkommensnachricht und diverse andere Benachrichtigungen der DiskStation.

Benutzerinformationen
Benutzerinformationen
Benutzer Gruppe beitreten
Benutzer Gruppe beitreten
Benutzer freigegebener Ordner Berechtigung
Benutzer freigegebener Ordner Berechtigung
Dienste Berechtigung
Dienste Berechtigung

Gruppen eignen sich um mehreren Nutzen die selben Berechtigungen zuzuweisen. Anstelle jeden Benutzer einzeln zu bearbeiten bzw. Rechte zuzuweisen könnt ihr das dann einmal über die Gruppe erledigen.

Exkurs: Festplatten, Speicherpools, Volumes und RAIDs

Anders als unter anderen Betriebssystemen könnt ihr die eingebauten Festplatten nicht direkt nutzen. Zuvor müsst Ihr diese in Speicherpools organisieren und darauf ein Volume erstellen. Ihr solltet euch Gedanken machen, wie ihr eure Platten konfigurieren wollt. Habt ihr nur eine Platte, habt ihr keine Wahl, habt ihr 2 Platten, habt ihr folgende Optionen (einzelne Platten, JBOD, RAID 0, RAID 1, SHR- Synology Hybrid RAID ) ab 3 Platten habt ihr mehrere RAID-Möglichkeiten. Ich gebe euch einen kurzen Überblick über die einzelnen Optionen, aber das Thema RAID ist komplex und ihr solltet euch etwas damit auseinandersetzen, um hinterher keine Überraschungen zu erleben.
Als erstes gleich mal: Ein RAID ist kein Backup, auch wenn bei gewissen RAID-Typen Daten doppelt vorkommen (sie werden von einer Platte auf ein oder mehrere andere Platten gespiegelt), ein RAID soll nur vor Festplattenausfällen schützen. Auch wenn Daten doppelt vorhanden sind, ein Backup ist erst ein echtes Backup, wenn es außerhalb des Systems aufbewahrt wird. Ein Fehler in der DiskStation bzw. im DSM, ein Unfall beim Konfigurieren/Bearbeiten oder ein Angriff auf die DS und die Daten auf beiden Platten können beschädigt werden/verloren gehen. Außerdem beschädigt/ändert/löscht ihr die Datei, passiert das selbe mit der gespiegelten Datei.

Einzelne Platten:

Hier werden die Platten getrennt von einander verwaltet. Fällt eine Platte aus, sind alle Daten dieser Platte verloren, die Daten der anderen Platte(n) bleiben unberührt.Volumes können nicht plattenübergreifend angelegt werden. Die Gesamtkapazität entspricht der Summe der Kapazitäten aller Platten wobei ein Volume aber nie größer als eine Platte sein kann. Es können unterschiedlich große Platten verwendet werden. Keine redundanten Daten.

JBOD:

Hier werden alle Platten zu einer virtuellen Platte zusammengefasst. Fällt eine Platte aus, sind alle Daten dieser Platte verloren, die Daten der anderen Platte sind zwar noch vorhanden, allerdings kann es sehr schwierig werden diese wieder herzustellen, das hängt davon ab wie das Betriebssystem die Daten auf den Platten verteilt. Volumes sind hier plattenübergreifend. Die Gesamtkapazität entspricht der Summe der Kapazitäten aller Platten, ein einziges Volume über alle Platten ist möglich. Es können unterschiedlich große Platten verwendet werden. Keine redundanten Daten.

RAID 0:

Das RAID 0 ist eigentlich kein echtes RAID, da es keine Redundanz gibt. Hier werden die Daten auf beide Platten aufgesplitted um höhere Schreib- und Lesegeschwindigkeiten zu erreichen. Fällt eine Platte aus, sind alle Daten verloren, da ein Datei in mehrere Teile zerteilt wird, wobei eine Hälfte auf je einer Platte abgelegt wird, um so den Geschwindigkeitsvorteil zu erreichen. Ein Volume umfasst zumindest 2 Platten. Die Gesamtkapazität entspricht der Summe der Kapazitäten aller Platten. RAID 0 und JBOD sind sich sehr ähnlich nur, dass bei RAID 0 die Daten gestripped werden. Da im privaten Bereich nicht die Schreib-/Lesegeschwindigkeit der HDD der Flaschenhals ist, sondern das lokale Netzwerk, macht RAID 0 keinen Sinn, fällt eine Platte aus, sind alle Daten weg, der einzige Vorteil von RAID 0, die erhöhte Geschwindigkeit wird man im eigenen LAN nicht ausreizen können. Es können unterschiedlich große Platten verwendet werden. Keine redundanten Daten.

Raid 1:

Das erste richtige RAID, hier werden mindestens 2 Platten benötigt, die Daten werden von einer Platte auf die 2. gespiegelt. Fällt eine Platte aus, sind alle Daten noch auf der 2. Platte vorhanden. Die defekte Platte kann getauscht und das RAID repariert werden. Das Volume umfasst alle Platten die zum RAID 1 zusammengeschlossen werden. Die Gesamtkapazität beträgt die Kapazität der kleinsten Platte. Man kann unterschiedlich große Platten verwenden, hat aber immer nur so viel Volumen wie die kleinste Platte hat. Schließt man 4 Platten zu einem RAID 1 dann werden die Daten 3 mal gespiegelt, das heißt man hat trotzdem nur die Kapazität der kleinsten Platte. Möchte man mehr Kapazität muss man je 2 Platten zu einem RAID 1 zusammenschließen. Die Daten werden redundant abgelegt und man erhält somit die Ausfallsicherheit für eine Platte (bei mehreren Platten im RAID 1 können n-1 Platten ausfallen).

SHR:

Das Synology Hybrid RAID ist ein dynamisches System, dass sich bei 2 Platten aber wie ein RAID 1 verhält. Bei mehr Platten wird nur eine Platte zur Datenrettung genutzt. Es können nur gleich große Platten verwendet werden und die Gesamtkapazität beläuft sich auf die Summe der Kapazität aller Platten weniger der Kapazität einer Platte. Details dazu findet ihr hier:

Das war aber längst nicht alles, was man beachten muss, z.B. kann ein RAID unterschiedlich implementiert sein (Software-RAID, Hardware-RAID). Außerdem gilt die Ausfallsicherheit nur für den Plattenausfall, nicht aber, wenn der RAID-Controller ausfällt, hier kann es je nach RAID-Typ und RAID-Controller schwierig werden das RAID zu reparieren bzw. die redundanten Daten wieder herzustellen. Welches System ihr nutzen möchtet hängt auch ein bisschen von der Art der Daten ab und wofür ihr die DiskStation nutzt. Ich hatte ursprünglich ein RAID 1 mit 2 3TB Platten. Da mir aber der Platz ausgegangen ist, habe ich mich dazu entschlossen kein RAID mehr zu verwenden, sondern die Platten einzeln zu nutzen (Typ Basic). Die Platten tauschen habe ich momentan noch nicht vor. Die DiskStation selbst enthält sowohl kritische als auch nicht kritische Daten. Nicht kritische Daten liegen auch nur auf der DS, sollte ich diese verlieren ist das auch nicht tragisch. Meine kritischen Daten auf der DS sind schon das Backup der Daten, diese liegen auch noch auf den Rechnern im Haus und werden per Cloud gesynct. Zusätzlich erstelle ich regelmäßig ein weiteres Backup der kritischen Daten sowie ein Backup der DiskStation-Konfiguration sowie der Anwendungen. Die nicht-kritischen Daten (überwiegend Filme, auch datenvolumenmäßig der größte Teil) liegen dabei auf einer Platte, kritische Daten und Anwendungen auf der 2. Sollte die Platte mit den kritischen Daten/Anwendungen ausfallen dauert es zwar etwas länger das ganze wieder herzustellen als mit RAID 1, reicht mir aber im Moment.

Platten/Pools/Volumes anlegen

Wenn ihr euch entschieden habt, wie ihr euren Speicherplatz organisieren wollt, können wir mit der Konfiguration beginnen. Startet den Speicher-Manager. Ihr findet ihn nicht auf dem DSM-Desktop, sondern in Hauptmenü. Habt Ihr noch keinen Speicherpool angelegt (und jedes mal wenn ihr alle Pools löscht) startet sofort der Einrichtungs-Assistent. Dieser legt den ersten Speicherpool und ein Volume an.

Speicher-Manager
Speicher-Manager
Assistent zur Speichererstellung
Assistent zur Speichererstellung

Wählt zuerst welche Art von RAID ihr verwendet wollt. Anschließend wählt Ihr die Festplatten, die im Pool zusammengefasst werden sollen. Die Anzahl der Platten, die Ihr wählen könnt bzw. müsst, hängen vom RAID-Level ab. Auf der Homepage von Synology findet ihr einen RAID-Rechner, der euch anzeigt, wie viel Kapazität ihr bei welchem Level und welcher Plattenkonfiguration zur Verfügung habt.

RAID-Auswahl
RAID-Auswahl
Auswahl der Laufwerke
Auswahl der Laufwerke

Ihr werdet gefragt, ob Ihr eine Laufwerksprüfung durchführen wollt. Das solltet Ihr beim ersten Aufsetzen eurer DiskStation unbedingt machen, da fehlerhafte Sektoren erkannt und vermieden werden.

Im nächsten Schritt wird gleich das erste Volume angelegt, ein Volume ist ein logisches Laufwerk und der eigentliche Speicherplatz den ihr dann in DSM nutzen könnt. Ihr müsst dem Volume eine Kapazität zuweisen. Ihr könnt mehrere Volumes auf einem Speicherpool anlegen wobei die Gesamtkapazität aller Volumes <= der Gesamtkapazität des Speicherpools entsprechen muss. Heißt, habt ihr schon die gesamte Kapazität zugewiesen, könnt ihr keine weiteren Volumes mehr anlegen.

Volumen Kapazitaet zuweisen
Volumen Kapazitaet zuweisen

Manche ältere DiskStation unterstützen nur das ext4-Dateisystem, alle anderen unterstützen zusätzlich Btrfs. Btrfs bietet einige Features, weist aber auch Nachteile auf. Welches der Dateisysteme ihr verwenden solltet, kann ich euch an dieser Stelle leider nicht sagen. Das hängt davon ab, welche Pakete ihr darauf installiert und welche Daten ihr speichert. Grundsätzlich ist ext4 performanter, da die ganzen Zusatzfunktionen wegfallen, das sollte man aber nur bei sehr hohen Zugriffszahlen merken. Generell sollte man im Heimgebrauch bei Btrfs keine Nachteile gegenüber ext4 merken. Im Forum gibt es ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte. Lest am besten dort etwas nach.

Wählt das Dateisystem und schließt den Assistenten ab. Zukünftig könnt ihr im Speicher-Manager unter Speicher Speicherpools und Volumes getrennt anlegen, vorausgesetzt ihr habt noch ungenutzte Festplatten bzw. Kapazität. Ihr müsst eure DiskStation übrigens nicht von Anfang an voll bestücken, ihr könnt Festplatten auch nachträglich einbauen.

neu angelegte Pools und Volumes
neu angelegte Pools und Volumes

Freigegebene Ordner anlegen

Auf die Volumes könnt ihr noch keine Daten speichern, dazu müsst ihr erst freigegebene Ordner anlegen. Freigegebene Ordner sind spezielle Ordner, die auf einem Volume angelegt werden und über DSM einfach verwaltet werden können. Technisch gesehen gibt es eigentlich keinen Unterschied zu normalen Ordnern/Unterordnern. Hier geht es rein um eine vereinfachte Verwaltung des Speichers über das Benutzerinterface von DSM. Die freigegebenen Ordner bieten neben der Rechteverwaltung noch andere Funktionen an wie z.B. Verschlüsselung. Zu den freigegebenen Ordnern, die ihr selbst anlegen könnt, kommen noch spezielle Ordner, die von der DiskStation vorgegeben sind und angelegt werden, wenn das entsprechende Paket installiert wird. Die Ordner heißen “homes”, “web”, “photo”, “video”, “music” und noch einige andere. Anhand der Namen kann man sich schon ungefähr denken, wozu sie gut sind. Im Detail werde ich später noch bzw. in anderen Artikeln der Serie auf die Ordner eingehen.
Überlegt euch also wie ihr eure Daten verwalten wollt. Erstellt nicht unbedingt einen gemeinsamen Ordner, wo ihr dann eine Ordner-Struktur aufbaut. Die Handhabung freigegebener Ordner ist einfacher, als die tatsächlicher Ordner, das macht gerade bei mehreren Benutzern und geteiltem Zugriff Sinn.

Öffnet die Systemsteuerung > Freigegebener Ordner und klickt auf den Erstellen-Button.
Vergebt einen Namen und ev. eine Beschreibung. Anschließend wählt das Volume aus, auf dem der Ordner liegen soll (falls ihr mehrere habt).
“Den Ordner unter “Netzwerkumgebung” verbergen”: Wenn ihr diese Option anhakt, wird der Ordner nicht in der Windows-Netzwerkumgebung aufgelistet, das heißt, der Ordner ist nicht für jedem im LAN sichtbar, kann aber immer noch über die Adresse direkt aufgerufen werden (sofern ein Dateiübertragungsprotokoll aktiviert ist).
“Für Benutzer ohne Berechtigung ausblenden”: Das Ausblenden bezieht sich auf DSM und die FileStation. Diese Option setze ich immer. Nutzer, die keinen Zugriff auf einen Ordner haben, sollen ihn auch nicht sehen können.
“Papierkorb aktivieren”: Für freigegebene Ordner kann ein Papierkorb aktiviert werden, der braucht natürlich zusätzlichen Speicherplatz, entscheidet selbst, ob ihr einen benötigt. Der Papierkorb macht dann Sinn, wenn man Daten direkt auf den freigegebenen Ordnern verwaltet (Zugriff über die FileStation oder den freigegebenen Ordner als Netzlaufwerk eingebunden). Wenn ihr die Daten über eine Cloud verwaltet (entweder  Synology Drive oder externe Cloudlösungen), macht der Papierkorb weniger Sinn.

Freigegebener Ordner Basis
Freigegebener Ordner Basis

Im nächsten Schritt habt ihr die Möglichkeit den Ordner zu verschlüsseln. Zum Konzept von Synology gibt es ein paar Dinge, die man berücksichtigen muss. Die Verschlüsselung schützt die Daten vor unerlaubtem Zugriff, und zwar auch dann, wenn die Platten aus der DiskStation entfernt werden. Das Schreiben auf und Lesen von verschlüsselten Ordnern ist langsamer als bei nicht verschlüsselten Ordnern. Hat eure DS ein Hardware-Modul für die Verschlüsselung, sind die Geschwindigkeitseinbußen geringer als ohne Modul. Die Verschlüsselung hat einen großen Nachteil: verschlüsselte Ordner werden von der DS “ausgehängt”, das heißt, sie sind weder sichtbar noch sonst irgendwie erreichbar. Sie müssen erst “eingehängt” werden um auf sie zuzugreifen. Das Einhängen geht auf 2 Arten, entweder manuell über DSM oder automatisch. Fährt die DS herunter werden die Ordner wieder ausgehängt. Ist ein Ordner eingehängt ist er entschlüsselt (bzw. werden die Daten von der DS beim Zugriff darauf entschlüsselt). Wollt ihr Ordner nur bei Bedarf einhängen braucht ihr Zugriff auf DSM, das ist von außerhalb des LAN problematisch, da DSM im Internet freigeben ein großes Sicherheitsrisiko bedeutet. Alternativ könnt ihr den Schlüssel im Schlüsselmanager der DS hinterlegen und die DS Ordner beim Hochfahren automatisch einhängen lassen. Das Problem hier: die Ordner sind immer verfügbar, solange die DS läuft. Außerdem sind die Schlüssel dann auf der DS hinterlegt, ein Eindringling könnte die Schlüssel auslesen bzw. die DiskStation einfach hochfahren und die DS die Ordner entschlüsseln lassen, danach muss er nur Zugriff auf die DS erlangen. Die einzige Sicherheit, die dieses Vorgehen bieten würde, wäre, wenn die Platten aus der DS ausgebaut werden würden. Die Verschlüsselung macht aber Sinn, wenn ihr Backups in der Cloud oder auf externen Festplatten sichern wollt. Ihr könnt die verschlüsselten Ordner direkt sichern, das Backup könnt ihr dann auch in die Cloud hochladen oder auf anderen Datenträgern ablegen. Ohne das Passwort ist die Entschlüsselung unmöglich (derzeitiger Stand der AES-Verschlüsselung).

Habt ihr als Ziel ein Btrfs-Volume gewählt stehen euch noch weitere Optionen zur Verfügung. Achtung: einige davon können nachträglich nicht mehr geändert werden.

Ihr seht eine Zusammenfassung, bestätigt ihr diese, wird der Ordner bereits angelegt und der zweite Teil der Einrichtung startet, die Rechtevergabe. Legt fest welcher Benutzer bzw. welche Gruppe auf den Ordner zugreifen dürfen. Als Rechte stehen Lesen/Schreiben, Schreibgeschützt (nur Lesen) und kein Zugriff zur Verfügung. Ein Benutzer kann dabei Rechte aus mehreren Quellen (er selbst bzw. Gruppen in denen er Mitglied ist) erhalten. Erhält ein Benutzer unterschiedliche Berechtigungen gilt die Berechtigung mit der höchsten Priorität, ganz egal woher die Berechtigung stammt. Die Priorität sieht so aus: Kein Zugriff > Lesen/Schreiben > Schreibgeschützt. Die Zugriffsverweigerung hat die höchste Priorität aber der Vollzugriff hat höhere Priorität als der schreibgeschützte Zugriff.

Freigegebener Ordner Benutzerberechtigung
Freigegebener Ordner Benutzerberechtigung

Ihr habt euren ersten freigegebenen Ordner erstellt. Ihr könnt ihn nachträglich bearbeiten und erlangt Zugriff auf weitere Optionen und erweiterte Berechtigungen die im Erstellungsvorgang nicht verfügbar waren.

Hier ein mögliches Setup für 2 Volumes:

Volume 1:

  • Gaming – Platz für Spiele-Installer, ISOs, Patches und ev. Gamesaves.
  • Cloud – Hier sind alle Daten (Dokumente, Bilder, etc.) drinnen die von allen Geräten im LAN mit der DiskStaion gesynct werden (mehr dazu in einem anderen Artikel).
  • (photo) – Diesen Ordner kann man nicht selbst angelegt, dieser wird bei der Installation der PhotoStation angelegt. Hier werden alle Fotos abgelegt (mehr dazu in einem anderen Artikel).
  • (web) – Diesen Ordner kann man nicht selbst angelegt, dieser wird bei der Installation der WebStation angelegt. Er dient als Document-Root für den Webserver (mehr dazu in einem anderen Artikel).

Volume 2:

  • Downloads – Der Zielordner für Downloads die über die DiskStation laufen (mehr dazu in einem anderen Artikel), außerdem bietet sich der Ordner zum schnellen Austausch von Daten zwischen zwei Rechnern im LAN.
  • Software – Der Ordner enthält, wie der Name schon verrät, diverse Software aber auch Pakete wie Schriften/Presets/Konfigurationen/etc.
  • (video)- Diesen Ordner kann man nicht selbst angelegt, dieser wird bei der Installation der VideoStation angelegt. Hier werden alle Filme und Serien abgelegt. Bei mir macht das den größten Teil der Daten aus, die ich auf der DS habe, daher ist der Ordner auch relativ alleine auf dieser Platte (mehr dazu in einem anderen Artikel).

Bei der Installation von Anwendungen muss man sich für eines der vorhandenen Volumes entscheiden. Achtet darauf den Speicherplatz gleichmäßig auszunutzen, ansonsten wird ein Volume zu klein während das andere ungenutzt ist. Die hier aufgelisteten Ordner sind nur ein Beispiel, es geht hier nicht um optimale Lösungen, sondern darum, dass ihr euch ein paar Gedanken macht wie ihr eure Daten organisieren wollt und vorallem wo ihr welches Wachstum erwartet, wie wichtig die Daten sind und wie ihr sie sichern wollt. Einige Anwendungen und freigegebene Ordner könnt ihr übrigens nachträglich auch auf ein anderes Volume verschieben.

Fazit

Ihr habt jetzt eure DiskStation aufgesetzt und DSM 7 installiert, die notwendigen Einstellungen getroffen und die ersten freigegebenen Ordner angelegt. Ihr könnt jetzt über die FileStation (zu finden im DS-Menü) auf die freigegebenen Ordner zugreifen und Daten hoch- und runterladen. Das geht über das Webinterface recht langsam und unbequem. Eure DiskStation unterstützt aber diverse Dateiübertragungsprotokolle wie SMB, AFP und WebDAV.

Wenn ihr wollt, könnt ihr euch jetzt im DSM in Ruhe umsehen. Schaut welche Einstellungen und Möglichkeiten es gibt. Probiert herum, prinzipiell ist es sehr schwer solchen Schaden anzurichten, dass nur ein neu Aufsetzen hilft. Meistens reicht es die Einstellungen einfach rückgängig zu machen. Oft vergisst man aber was genau man gemacht hat. Denkt also daran, nicht gleich kritische Daten auf der DS abzulegen, ohne ein Backup zur Hand zu haben. Schaut euch auch die Paket-Verwaltung an. Dort findet ihr die Pakete/Apps die ihr auf eurer DS installieren könnt. Es gibt aber noch weit mehr Pakete, die in der offiziellen Paketquelle nicht enthalten sind. Auch darüber werde ich noch schreiben. Solltet ihr Fragen haben, hinterlasst einfach einen Kommentar.

3 thoughts on “Synology DiskStation: DiskStation Setup mit DSM 7

  1. Das Tutorial ist super, ich würde gerne das Buch kaufen, aber es wird ja wahrscheinlich DSM 6 erläutert. Wann gibt es das Buch mit DSM 7.
    Vielen Dank für eine Antwort.

    1. Hallo,

      Wann es erscheint kann ich noch nicht sagen, die Neuauflage ist aber schon in Arbeit bzw. gerade am Fertig werden. Sobald der Verlag ein Datum festsetzt kann ich gerne bescheid geben.

      Grüße
      Andreas

      1. Hallo,
        vielen Dank für die Antwort.
        Gerne kanst Du den Datum mitteillen. Unabhängig davon werde ich immer wieder Mal auf der Homepage des Verlags schauen.
        MfG

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